Auf den Spuren von Karl Drais

Draisroute informiert zu wichtigen Karlsruher Stationen im Leben des Laufmaschinen-Erfinders

Der westliche Häuserblock in der Nähe des Karl Friedrich-Denkmals auf dem Schlossplatz hat für das Jubiläum „200 Jahre Fahrrad“ eine ganz besondere Bedeutung: denn hier soll der Erfinder der Laufmaschine, Karl Drais, am 29. April 1785 geboren worden sein. Und auch der östliche Häuserblock hat eine große Bedeutung, denn hier stand einst das großherzogliche badische Innenministerium, in welchem Drais 1817 den Patentantrag für seine Laufmaschine einreichte, der dann am 30. Januar 1818 bewilligt wurde.

In Karl Drais’ Heimatstadt Karlsruhe wird 2017 das 200. Jubiläum „Ganz schön Drais“ gefeiert. An fünf besonders wichtigen Orten in Karlsruhe wurden nun Infopunkte angebracht, die erläutern, welche Bedeutung diese im Leben von Karl Drais und der Technikgeschichte ganz allgemein hatten. „Unser Ziel ist es, die großen historischen Leistungen sichtbar zu machen und hier war uns auch besonders wichtig, einen Drais-Rundgang durch Karlsruhe für Einheimische und Touristen zu gestalten. Ein wichtiger weiterer Schritt für die Wahrung des Andenkens an Karl Drais“, so Martin Hauge von der Initiative „Danke Karl Drais“. Die „Draisrundgänge“ weisen derzeit insgesamt 39 Stationen auf.

Auch die Ruine des Amalienschlösschens im Prinzengarten hat zum Beispiel historische Bedeutung, denn hier führte Karl Drais im Dezember 1813 dem Russischen Zaren Alexander I. seine vierrädrige, per Tretmühle fußgetriebene Fahrmaschine I mit großem Erfolg vor.

Das 1893 eingeweihte Draisdenkmal in der Kriegsstraße östlich der Lammstraße wurde von dankbaren Radverbänden reichsweit gestiftet und besteht aus einer idealisierten Büste auf einem Marmorsockel. Es stand in der Zeit des zweiten Weltkrieges auf einer Liste von „unschönen und überflüssigen“ Denkmälern, die zur Edelmetallgewinnung eingeschmolzen werden sollten. Im Jahre 1963 wurde beschlossen, es wegen des wachsenden Autoverkehrs, zusammen mit den Denkmälern von Carl Benz und Franz Grashoff zum heutigen Standort an die Beiertheimer Allee zu verlagern.

Nach der Denkmalsenthüllung in der Kriegsstraße im Jahre 1893 fand in der damaligen Festhalle – am 29. April 1877 eingeweiht, 4. November 1952 aufgrund von starken Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg abgerissen – und auf dem Platz davor ein großes, ganztägiges Fest zu Ehren von Karl Drais statt. Das Programm umfasste verschiedene Aufmärsche, mehrere Radrennen auf der Rennbahn im Stadtgarten und die Uraufführung der diesem Anlass gewidmeten Oper “Bicycletta“.

Die heutige Bebauung Zähringerstraße 65 (früher 45), Ecke Kreuzstraße, bildet ein städtisches Gebäude. Das ehemalige Wirtshaus „Goldenes Kreuz“ erlangte im Juli 1849 traurige Berühmtheit, als namentlich bekannte Offiziere Karl Drais wegen seiner demokratischen Gesinnung körperlich schwer misshandelten. In unmittelbarer Nähe, in der Zähringerstraße 43 (heute 63), liegt das Haus, in dem Drais bis zu seinem Tod im Jahr 1851 wohnte.

Weiterführende Informationen erhalten Sie unter www.danke-karl-drais.de